Wissenswerte Fakten aus Indonesien

Der weltgrößte Inselstaat stellt sich vor

Die südostasiatische Republik erstreckt sich über 17.506 Vulkaninseln zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean, von denen gerade einmal  6.044 bewohnt und viele andere weder benannt noch erschlossen sind. Die Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java bildet mit ihren ca. 10 Millionen Einwohnern das Handels- und Finanzzentrum des größten Archipel der Welt. Seit dem 17. August 1945 unabhängig, wird das Land mittlerweile von über 270,6 Millionen Menschen (Stand 2019) bewohnt und ist somit der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Mehr als die Hälfte davon leben auf der Insel Java, die ca. 7% der Gesamtfläche des Landes einnimmt. Bezüglich der Fläche von 2,02 Millionen km2 und der Einwohnerzahl sprechen wir hier vom größten Staat Südostasiens. Deutschland würde flächenmäßig etwa sechs Mal hineinpassen. Im Jahr 2004 fanden hier erstmals direkte Präsidentschaftswahlen statt, der derzeitige Präsident und gleichzeitig auch das Staatsoberhaupt Joko Widodo ist seit dem 20. Oktober 2014 im Amt und wurde 2019 wiedergewählt. Einzig der Gliedstaat Yogyakarta ist eine Monarchie.


Geografische Lage


Während sich der Großteil des Landes auf dem asiatischen Kontinent befindet, liegt ein Landesteil der Insel Neuguinea auf dem australischen Kontinent. Im Norden verläuft die wichtige Handelsstraße von Malakka. Indonesien ist in eine westliche, zentrale und östliche Zeitzone geteilt.
Warum „Indonesien“, was bedeutet das?
Der Landesname setzt sich aus den griechischen Wörtern „indo“ für Indien und „nesos“ für Insel zusammen, was in Anbetracht der Struktur und Lage der Nation mehr als passend ist.

 

Die Inseln 

Man unterteilt das Land in vier verschiedene Inselgruppen:
- die Großen Sunda-Inseln im Westen
- die Kleinen Sunda-Inseln
- die Molukken
- Papua, West-Papua & der westliche Teil Neuguineas
Die wichtigsten Inseln sind das dicht besiedelte Java, auf welcher sich der berühmte und aktivste Vulkan Bromo befindet, der Touristenmagnet Bali mit seinen vielen Tempelanlagen, die Insel Borneo mit den drei Staaten Sabah, Sarawak und Sultanat Brunei, Sumatra mit dem größten Kratersee der Welt, dem Tobasee und seinen zahlreichen indigenen Völkern, Sulawesi und Neuguinea, die zweitgrößte Insel der Welt, von der ein Teil zu Papua und der Rest zum Land Papua-Neuguinea gehört. Indonesien grenzt außerdem an die Staaten Malaysia und Osttimor. Beliebt sind auch der bekannte Botanische Garten Bogor sowie die Stadt Bandung, welche als das „Paris“ Südostasiens gilt.

Landschaft Indonesien
Wirtschaft & Leben in Indonesien

Enorm wichtig für die Wirtschaft der präsidialen Republik sind die Exportgüter Palmöl, Kautschuk, Erdöl, Zinn und Kaffee. Indonesien hängt als weltweit größter Palmölproduzent sehr stark von Exporten ab. Die Währung heißt Rupiah (IDR), 16.600 IDR entsprechen ungefähr einem Euro. Daran lässt sich erkennen, dass das Preisniveau im Vergleich zu europäischen Ländern eher niedrig ist. Generell ist Indonesien ein sehr sicheres Land, die Kriminalität ist recht gering. Allerdings existieren dort immernoch Probleme wie Kinderarbeit und Analphabetismus - nicht jedes Kind geht zur Schule – trotz des Gesetzes einer kostenlosen Schulbildung für sieben- bis fünfzehnjährige. Vor allem in ländlichen Gebieten herrscht Hunger und Armut, Kinder benutzen Steine und Stöcke als Spielzeuge. Auch gibt es weiterhin schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen, trotz vieler Abkommen, die sich für Menschenrechte einsetzten. Durch die Corona-Pandemie gibt es riesige Einbußen in Tourismus und Wirtschaft. Aus der Armut heraus wird weiter abgeholzt. Dies hat sich, erst zurückgegangen, nun wieder um 50% verstärkt. Korruption hat die Nation fest in der Hand. Der kinderreiche Inselstaat will seine jungen Bewohner zuerst impfen, viele hegen Misstrauen gegenüber dem Impfstoff und es kommen immer wieder neue Gerüchte auf. Es ist ein Land voller Gegensätze: in den großen Städten wie Java herrscht Reichtum und ein am Westen orientiertes Leben, auf dem Land dagegen große Armut. Hier existieren noch uralte Kulturen der Papua und in manchen Regionen leben die Menschen noch vom Fischfang, fast so wie die Urmenschen in der Steinzeit.

 

Die Natur

Längster Fluss: der Kapuas mit 1150km Länge

Höchster Berg: der Puncak Jaya mit 5030m Höhe


Das Land ist bekannt für seine vielfältige Landschaft: Strände in allen Farben, Vulkane, Gebirge, Dschungel, unzählige Reisfelder,… Es zählt zu den größten Regenwaldgebieten der Welt und ist aufgrund der Lage beiderseits des Äquators von immerfeuchtem Tropen-Klima geprägt. Die Temperaturen schwanken im Verlauf des Jahres kaum und liegen im Durschnitt bei 25 bis 27 Grad Celsius. Jede Insel hat ein eigenes Mikro-Klima, weshalb die Regenzeiten von unterschiedlicher Dauer und Intensität sind.

 

Tierarten Indonesien
Viele endemische Tierarten wie der Borneo-Zwergelefant, das Java-Nashorn oder auch der Sumatra-Tiger sind bedroht. Der Java-Tiger ist bereits um 1980 ausgestorben. Auch von einst zahlreichen Orang-Utas leben nur noch wenige. Das größte Problem ist hier die Palmölherstellung, für die immer wieder Regenwald weichen muss, um neue Ölpalmenplantagen anlegen zu können. Auf diesen Plantagen kommt es nicht selten zum Einsatz von Giften, die den Boden verseuchen. Den Affen mangelt es an Lebensraum und Nahrung, sie kommen früher oder später auf die Plantagen oder fressen das, was die Menschen anbauen. Lästig geworden, werden besonders ausgewachsenen Tiere oft erschossen, während mit den Jungtieren illegaler Tierhandel betrieben wird. Eine Studie des World Wildlife Fund belegt, dass zwei Drittel der untersuchten Tierwelt in den vergangenen 50 Jahren durch Waldrodung ausgerottet wurde. Auf Sumatra sind bereits  50% des Waldes, auf Java schon fast 100% vernichtet. Der immense Reichtum der Wälder wird zunichte gemacht. Dies beeinflusst natürlich auch das Weltklima, die Treibhausgase steigen. In Zeiten von Corona ist es Behörden und Waldschützern nicht möglich einzureisen und diese Entwicklung zu stoppen.


Ein weiteres Problem: Infolge der Trockenzeit, meist von Mai bis Oktober, kommt es in weiten Teilen des Landes immer wieder zu Waldbränden. Die Regenzeit, seither von November bis März, hat sich in den letzten Jahren immer weiter nach hinten verschoben. Auch sind Bedrohungen durch Tsunamis, mehr als 127 häufig aktive Vulkane und aufgrund der Lage in einer seismisch aktiven Zone auch durch Erdbeben, allgegenwärtig. Besonders auf den kleinen und flachen Inseln gibt es davor keinen Schutz, viele werden obdachlos.


Australische Seite: vielfältige Vogel-, Insekten- & Reptilienarten
Asiatische Seite: große Säugetiere wie Tiger & Elefanten
37.000 Pflanzenarten
Einzigartige Unterwasserwelt: 3000 Fischarten, 75% aller Korallenarten zu finden
Große Moor- & Süßwassersumpfwälder in Teilen Ostsumatras oder Süd- und Westborneos


Religionen und Sprachen

Religion hat in Indonesien einen enorm hohen Stellenwert. Die Nation hat mit 88% den größten Anteil an Muslimen weltweit. Es gibt aber auch Protestanten, Katholiken, Hindus und Buddhisten. Das Land ist bekannt für seine Religionsfreiheit und Toleranz.


Die Bewohner Indonesiens haben chinesische, indische, arabische und melanesische Wurzeln.  Dank hunderter ethnischer Gruppen gibt es ca. 500 eigenständige Sprachen, allein in Westpapua wurden bisher fast 300 gezählt. Landessprache ist Bahasa Indonesia, die sich aus der vor allem von Molukkern und Malayen geprägten Handelssprache entwickelt hat. Dazu kamen noch javanische sowie holländische und englische Begriffe (über 350 Jahre war Indonesien eine niederländische Kolonie). Diese multi-linguale Staatssprache passt zum Vielvölkerstaat und dessen Motto „Einheit in Vielfalt“. In den Schulen sind Fremdsprachen Pflicht.

Auf Java und Bali wird Balinesisch gesprochen. Die javanische Sprache zählt, da sie von mehr als 70 Millionen Einwohnern gesprochen wird, zu den am häufigsten gesprochenen Sprachen in Südostasien. Die größten Volksgruppen sind die Javaner in Zentral- & Ostjava, gefolgt von den Sundanesen in Westjava, die eine ähnliche Kultur leben. Einen Kontrast dazu bilden die in Neuguinea lebenden  Zwergmenschen vom Stamm der Kimyal. Abgeschottet von anderen Völkern leben die 130-140cm großen Menschen geschlechtlich getrennt voneinander in Hütten.

Kultur Indonesien
Kultur & Tradition

Ahnenkult und Geisterglaube nehmen bis heute einen hohen Stellenwert in der indonesischen Kultur ein. So glauben zum Beispiel die Balinesen, viele haben hinduistische Wurzeln, an eine Dualität aus Gut (Sonne und Berge) und Böse (das Meer ist Heimat der Dämonen). Durch Opfergaben stellen sie sich mit beiden Seiten gut.
Die Flagge spiegelt ebenfalls das Denken der Menschen wieder. Ihr Ursprung liegt im Majapahit-Reich, welches während des 13. Jahrhunderts bestand. Die Farben rot und weiß galten damals als heilig, diese Bedeutung haben sie bis heute beibehalten. Rot symbolisiert den Körper, weiß steht für die Seele. Die beiden sind gleichwertig und im Gleichgewicht.

Bekannt und beliebt sind auch das Gamelan, eine Orchesterart, und das Puppentheater Wayang Kulit. Das Grundnahrungsmittel Reis wird bis zu drei Mal täglich gegessen, Beilagen dazu sind Fleisch, Fisch oder Gemüse. Sowohl die Nachbarländer Indien und China als auch die Niederlande hatten großen Einfluss auf die Küche. Verschiedene Gewürze sind besonders wichtig und die meisten Einheimischen essen aufgrund ihres Glaubens halal, verzichten also auf Schweinefleisch. Auf Sumatra ist man gerne scharf, auf Java hingegen lieber milder. Die balinesische Küche ist sehr an der westlichen orientiert, hier findet man Clean Eating und Vegetarisches. Eine Spezialität ist gebratenes Spanferkel.
Typische Gerichte: Bami Goreng mit Nudeln oder Nasi Goreng mit Reis
Höflichkeit und Familie spielen ebenfalls eine große Rolle im Leben der Indonesier. Es gibt viele verschiedene Anredeformen. Der Vater ist das Familienoberhaupt und gibt den Ton an. Außerdem gibt es in jede Region einen eigenen Tanzstil, Beispiele sind der Affentanz, der Kecak, der Opfertanz oder der Legong. die meisten davon haben einen religiösen Hintergrund. Meist ist das Motto: Gut gegen Böse. Der Held, meist in Gestalt eines Löwen kämpft gegen eine böse Hexe. In Indonesien feiert man gerne und viel, auf Bali gibt es sogar mehr als 200 Feste, viele davon Tempelfeste mit eigentlich verbotenen Hahnenkämpfen als Darbietung. Der Unabhängigkeitstag wird jedes Jahr am 17. August mit Umzügen und großen Aufmärschen gefeiert, das chinesische Neujahrsfest ist bunt und laut. Die großen und farbenprächtigen Hochzeiten stehen dem in nichts nach. Viele christliche Feiertage sind staatlich angeordnet, es gibt aber auch einige muslimische. Während Bali sehr tolerant ist, sollte man vor allem auf den muslimischen Inseln, den großen Sunda-Inseln, was die Kleidung betrifft mehr Rücksicht nehmen.


Ein wichtiger Teil der indonesischen Tradition ist außerdem die Batik, eine ganz besondere Handwerkskunst mit langer Geschichte.